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E-Book-Design: Ein Praxisbericht

Die Produktion des E-Books „Durch Tod heilbar“ war für uns eine besondere Herausforderung. Die Aufgabe bestand darin , das außergewöhnliche Design des gedruckten Buches optimal für das E-Book zu adaptieren. Dabei sollte einerseits das Design den Gegebenheiten der E-Book-Lesegeräte gerecht werden und andererseits wollten wir möglichst nahe an der Vorlage bleiben, um damit auch im E-Book die Atmosphäre des Romans durch das Design unterstützt wird.

Das Design und Layout der gedruckten Vorlage haben eine ganze Reihe besonderer Spezifika:

  • Der Prolog wurde im Querformat, und nicht wie der Rest des Buches, im Hochformat gedruckt, da die Text-Zeilen teilweise sehr lang sind und nicht umgebrochen werden sollten
  • Der Text enthält fiktive Ausrisse aus Zeitungen und Zeitungen, die jeweils durch eine spezielle Grafik dargestellt werden
  • Einige Text wurden zweispaltig gesetzt
  • Auf jeder Seite befindet sich eine Grafik in der Kopfzeile
  • Das gedruckte Buch beinhaltet viele verschiedene Schriften: Schreibmaschinenschrift, Serifenschriften und serifenlose Schriften, eine monospaced Schrift und eine Schreibschrift

Die folgenden Beispiele sollen verdeutlichen, wie wir diese Aufgabe umgesetzt haben und wie sie in ähnlicher Form in vielen Büchern auftreten.

Bestimmte Teile des Buches einfach als Grafiken in das E-Book einzubinden, war für uns keine Option, da damit alle Vorteile eines E-Books flöten gehen würden. Z.B. wäre keine Änderung der Schriftgröße durch den Nutzer mehr möglich gewesen. Und gerade Menschen mit einer Sehbehinderung verwenden sehr gerne E-Book-Reader, da sie die Schriftgröße entsprechend ihrer Bedürfnisse einstellen können.

Zuerst ein Bild, das einen Ausschnitt aus dem Prolog zeigt, der, wie oben erwähnt, im Querformat gedruckt wurde.

heilbar4Eine garantierte Darstellung des Prologs im Querformat (also bei normaler Benutzung des Readers um 90 Grad gedreht) ist weder möglich noch sinnvoll, da ja überhaupt nicht bekannt ist, auf welchen Geräten das E-Book später gelesen werden wird und wie der jeweilige Leser sein Lesegerät oder Tablet gerade hält. Außerdem kippt die Darstellung auf Tablets meist automatisch, wenn man das Tablet dreht. Man würde also niemals den Text sinnvoll lesen können, da er immer um 90 Grad gedreht wäre. Aus diesem Grund macht es auch keinen Sinn Bilder oder Grafiken derart gedreht in ein E-Book einzubinden, weil man glaubt damit den Platz besser auszunutzen.

Um zumindest dem Leser deutlich zu machen, wie lang die Zeilen sind und auch anzudeuten, dass eine grafische Wirkung mit der Länge der Zeilen erzielt werden soll, haben wir eine Darstellungsweise gewählt, die normalerweise für Gedichte verwendet wird. Dabei werden zu lange Zeilen normal umgebrochen, jedoch dabei mit einem zusätzlichen Einzug versehen, so dass die Zeile optisch weiterhin erkennbar bleibt. Hierzu als Vergleich ein Screenshot von einem Kindle Paperwhite (wie auch die weiteren Screenshots der E-Book-Version):
screenshot_2013_12_12T23_07_08+0100Auf diesem und den folgenden Screenshots sieht man ebenfalls, wie wir die im Buch vorhandenen Kopfzeilen mit den Kapitelnamen umgesetzt haben. Dass es im E-Book mangels einer festen Seitenaufteilung keine Kopfzeilen (und auch keine Fußzeile) geben kann, sind diese nun einfach Kapitelüberschriften geworden. Die Grafik ist als kleine Hintergrundgrafik der Überschrift eingebaut worden, was an dieser Stelle im Gegensatz zum folgenden Beispiel funktioniert. Insgesamt mussten für die verschiedenen Ausprägungen der Überschriften 6 verschiedene CSS-Klassen angelegt werden. Leider funktioniert es nicht auf jedem E-Book-Reader sauber, dass die Schrift in der Überschrift immer schön mit dem Strich der Grafik ausgerichtet ist.  Auch der Paperwhite interpretiert die CSS-Angaben etwas anders als vorgesehen. Der weitergehende Strich auf der rechten Seite musste entfallen.

Wichtig für die Atmosphäre des Romans sind die fiktiven Zeitungsausschnitte, die im gedruckten Buch durch eine Hintergrundgrafik und hier und da schräg gesetzte Schrift tatsächlich wie Ausrisse aussehen.

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Solch eine detaillierte Lösung ist im E-Book leider nicht möglich. Zwar hätte man auch hier mit einer Hintergrundgrafik arbeiten können. Da eine Vielzahl der Lesegeräte dies jedoch nicht sauber unterstützt, wäre das Ergebnis beim Leser nicht vorhersagbar. Deshalb haben wir uns zu der etwas einfacheren Lösung entschieden, als Hintergrundfarbe einen Grauton zu verwenden und angelehnt an die Vorlage den Text wie einen Zeitungstext zu gestalten.

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Das letzte Beispiel zeigt, wie wir eine Nachricht aus einer fiktiven Internetnachrichtenseite umgesetzt haben.

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Bei allen Nachrichtentexten mussten wir den zweispaltigen Satz in einspaltigen Satz ändern, da mehrere Spalten von den E-Book-Lesegeräten in fast allen Fällen nicht korrekt dargestellt werden. Generell kann man sagen, dass mehrspaltiger Satz im E-Book derzeit nicht funktioniert.

Das Einbetten der im Druck verwendeten Schriften ist in das E-Book aus lizenzrechtlichen Gründen nicht möglich. Entsprechende Lizenzen betragen alleine für ein E-Book mehrere hundert Euro. Um diese Kosten bei der E-Book-Produktion zu sparen, haben wir sehr ähnliche Schriften gesucht, die unter einer freien Lizenz (meist der SIL Open Font License) stehen und damit kostenlos verwendbar sind und die kommerzielle Verwendung sowie das Einbetten in E-Books erlauben. Konkret sind das für den Fließtext des Buches die »Open Sans«, als Serifenschrift die »Charis SIL«, als Monospace-Schrift die »Courier Prime« und als Schreibmaschinenschrift in den Überschriften die »Carbon«.

Die verwendeten Schriften wurden im Impressum des E-Books vermerkt, so dass wir damit auch den Lizenzbedingungen der Schriften entsprechen. Damit man all die unterschiedlichen Schriften zu Gesicht bekommt, muss man auf seinem Reader die Herausgeberschriftart (oder ähnlich benannt) anschalten, soweit vorhanden. Wir haben aber auch darauf geachtet, dass das E-Book auch mit den Standardschriften lesbar bleibt und gut aussieht. Natürlich geht dann etwas von der Wirkung des Layout verloren.

Der Autor des Buches Niklas Bernd hat in seinem Blog ebenfalls einen Erfahrungsbericht über die Erstellung des E-Books geschrieben, der diesen Beitrag wunderbar ergänzt. Viel Spaß beim Lesen.

Neues E-Book: Der Ausdruck der Gemütsbewegungen beim Menschen und den Tieren von Charles Darwin

cover_ausdruck_200Bereits ein Jahr nach seinem grundlegenden Werk „Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl“ in dem Darwin seine Evolutionstheorie des Menschen erläuterte, erschien sein „Der Ausdruck der Gemütsbewegungen beim Menschen und den Tieren“, dass hiermit erstmals als E-Book in deutscher Sprache erscheint. In diesem Werk legt Darwin dar, dass auch die Gefühle und deren Ausdrucksweise sich bei Mensch und Tieren gleichen und wie äußere Merkmale durch Evolution entstanden sind. Er untersuchte unter anderem, ob die Art und Weise, wie die Aktivität der Gesichtsmuskeln des Menschen – die Mimik – seine Emotionen sichtbar macht, durch Lernen erworben oder vermutlich angeboren sei. Auch wies er auf zahlreiche Parallelen beim Ausdrucksverhalten von Mensch und Tier hin und deutete diese Übereinstimmungen als Stütze für seine Theorie einer Abstammung des Menschen und der Tiere von gemeinsamen Vorfahren.

Seine Argumentation war von Beginn an umstritten, und sein Buch geriet für Jahrzehnte sogar nahezu in Vergessenheit. Wenige Monate nach Erscheinen wurden bereits 9000 Exemplare verkauft, danach geriet der Absatz jedoch ins Stocken. Eine zweite verbesserte Auflage wurde später kaum beachtet. In diesem Buch finden sich viele Beobachtungen und Erklärungen, die auch nach heutigem wissenschaftlichen Kenntnisstand zutreffend sind; andere sind völlig irrig; und es gibt einige über die sich die Wissenschaft bis heute streitet.

Bereits im Jahr der englischen Erstausgabe erschien eine Übersetzung des deutschen Zoologen Victor Carus, die Grundlage dieses E-Book ist. Diese Übersetzung wurde modernisiert und in die neue deutsche Rechtschreibung übertragen.

Der Preis beträgt 1,99 €.

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